Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Aemilius

Paulus (’Romanus’), * um 1510 Rödelsee (Unterfranken), † 9.6.1575 Ingolstadt, Schreiber, Buchdrucker, Buchführer, Professor für Hebräisch

Von: Dr. Hans-Jörg Künast / Dr. Christoph Roth (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1538 Schreiber des Orientalisten und Diplomaten Johann Albrecht Widmanstetter († 1557) in Rom. Trat dort vom Judentum zum Katholizismus über und legte sich den Namen Paulus und den Beinamen Romanus zu. Druckte 1543/44 in Augsburg zwei oder drei Schriften mit den Typen von Chajjim Schwarz und dem Illustrationsmaterial von Silvan bzw. Valentin Otmar. In den Besitz der hebräischen Schriften war er gekommen, nachdem die Gründung einer Druckerei in Ferrara zusammen mit Schwarz 1542 gescheitert war. 1544 konnte dieser sein verpfändetes Typenmaterial auslösen. Damit war Aemilius' Druckertätigkeit beendet. In seiner Augsburger Zeit Heirat mit Anna Pflanzmann, die möglicherweise der Familie des Jodokus Pflanzmann entstammte (17 Kinder). Seit 1547 Professor für Hebräisch an der Universität Ingolstadt, wo er nebenher das Baccalaureat in Medizin erwarb (Epitaph in der dortigen Pfarrkirche).

Paul Geissler, Neues vom hebräischen Frühdruck in Augsburg, in: Gutenberg-Jahrbuch 42 (1967), 118-121; Hans Striedl, Paulus Aemilius an J. A. Widmanstetter, in: Ars iocundissima. Festschrift für Kurt Dorfmüller zum 60. Geburtstag, 1984, 333-345; Moshe Nathan Rosenfeld, Der jüdische Buchdruck in Augsburg in der 1. Hälfte des 16. Jahrhunderts, 1985, 9-11, 40-42, 57-61; Hans-Jörg Künast, Chajjim Schwarz und Paulus Aemilius, in: Fördern und Bewahren, 1996, 157-171; Hans-Jörg Künast, „Getruckt zu Augspurg“. Buchdruck und Buchhandel in Augsburg zwischen 1468 und 1555, 1997; Augsburger Buchdruck und Verlagswesen, 1997, 1224 f.; Biographisches Lexikon der Ludwig-Maximilians-Universität München 1, 1998, 3.



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