Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Bach

(Berna), Patrizierfamilie

Von: Dr. Peter Geffcken (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Um 1294-1522 in Augsburg nachweisbar. Aufgrund des Wappens kann ein von der Literatur unterstellter Zusammenhang mit der Adelsfamilie ’von Bach’ ausgeschlossen werden. Die Bach wanderten im ausgehenden 13. Jahrhundert aus Giengen zu. In einer undatierten Urkunde der 1290er Jahre wird Heinrich Bach, der Erbansprü­che auf ein Haus in Giengen besaß, das die Witwe Mechthild Bach an Kaisheim veräußerte, als Augsburger Bürger genannt. Ab 1310 bieten die Augsburger Quellen für die Familie eine dichte Serie von Belegen, wobei zwischen einer Heinrich- und einer offenbar später zugewanderten Berchtold-Linie (ab 1332) zu unterscheiden ist. Wichtigster Vertreter dieser jüngeren Linie war der Stadtpfleger Berchtold (II, † 1362). Mit Stephan (II) Bach verschwindet sie 1398 aus den Quellen. Der um 1294 erwähnte Heinrich (oder dessen Sohn?) ist wohl identisch mit Heinrich (I, † 1334), der ab 1310 viermal als Stadtpfleger amtierte. Seine Söhne Heinrich (II, † 1356/57) und Karl (I, † 1367/68) sind ab 1341 bzw. 1343 im Rat bezeugt. Die rasche Etablierung als führende Ratsfamilie steht erkennbar in einem Zusammenhang mit patrizischem Konnubium. Die Ehefrau von Heinrich (I) zählte zum verwandtschaftlichen Umfeld der Gollenhofer. Die Doppelheirat der Söhne mit zwei Töchtern des Stadtpflegers Heinrich (II) Langenmantel (I) und der Anna Minner brachte eine weitere Verschwägerung mit mächtigen Patrizierfamilien und als Erbe den Markt Zusmarshausen. Nachdem 1409 Karls Söhne Karl (II) und Konrad (II) aus den Quellen verschwinden, blühte nur noch die Nachkommenschaft Heinrichs. Sein jüngster Sohn Peter († 1430/31) ist als langjähriger Ratsherr bezeugt und amtierte zweimal als Baumeister. Dessen einziger Sohn Konrad (III, † 1455) trat als Richter und Mitglied des Alten Rats in Erscheinung. Von seinen Söhnen machte Anton († 1503) eine mittlere Ratskarriere (Steuermeister, Einnehmer, Dreizehner). Nachkommen hatte nur der jüngere Sohn Ulrich († 1506), der politisch bedeutungslos blieb; als hinterlassene Söhne werden 1507 Wolfgang und Philipp erwähnt. Letzterer erscheint noch einmal 1522 in einer Mitgliederliste der Herrenstube, damals sicher noch ledig, da nicht als selbstständiger Steuerzahler fassbar. Mit ihm schied die Familie aus dem Patriziat aus: 1538 werden die Bach nicht mehr unter den ’Alten Geschlechtern’ erwähnt.

Eduard Zimmermann, Augsburger Zeichen und Wappen, 1970, 5841; Helmut Lausser, Die Herren von Lutzingen und die Herren von Bach, in: Jahrbuch des Historischen Vereins Dillingen an der Donau 93 (1991), 309, 320; Fritz Peter Geffcken, Soziale Schichtung in Augsburg 1396-1521, 1995, München Diss. 1983, 139, 196, Anh. 7-206, 224-233.



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