Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Barmherzige Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul

Von: Dr. Dr. Anton Schneider (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Der 1633 in Paris gegründete, der Armen- und Krankenpflege verpflichtete Orden errichtete 1832 ein Mutterhaus in München. 1844 erwarb die Stadt aus Mitteln der Bachschen Seelhausstiftung den St. Barbarahof, um hier ein Institut der Krankenpflege zu errichten, das im Januar 1847 den Barmherzigen Schwestern anvertraut wurde. Für eine schon frühere Anwesenheit der Barmherzigen Schwestern in Augsburg sprechen die Aufforderung der bayerischen Regierung von 1840, ihnen die Krankenpflege im Lokalkrankenhaus zu übertragen, und verschiedene Stiftungen, die ihnen 1834-1844 zugewendet wurden. Die Stiftung Johann Georg Henles über 100.000 Gulden (1852) ermöglichte den Neubau des städtischen Krankenhauses, war aber mit der Auflage verbunden, die Pflege der katholischen Patienten den Barmherzigen Schwestern zu übertragen. 1859 nahmen sie zusammen mit Diakonissen (für die protestantischen Patienten) ihren Dienst im neuen Hauptkrankenhaus auf. 1862 erwarb der Magistratsrat Franz Xaver Stadler ein Haus in der Nähe des Krankenhauses und übereignete es den Barmherzigen Schwestern, worauf Bischof von Dinkel die rechtliche Etablierung des Augsburger Mutterhauses bestätigte. Ein 1890 in dessen Nähe erworbenes Anwesen wurde ab 1903 zur Klinik Vincentinum ausgebaut. Auf dem Gelände des ehemaligen Barbarahofs entstand 1954 die St. Barbara-Klinik. 1939 wurde das Augsburger Mutterhaus in das 1917 erworbene ehemalige Chorherrenstift Dießen verlegt. 1967 übersiedelten Generalat und Mutterhaus in den Neubau an der Göggingerstraße 94, der 1968-1971 auch die Katholische Akademie und anschließend bis 1987 das Priesterseminar der Diözese beherbergte. Die Barmherzigen Schwestern sind karitativ tätig. Sie widmen sich v. a. der Krankenpflege und wirken daneben in Altenheimen und Kindergärten.

125 Jahre Kongregation der Barmherzigen Schwestern, 1987; Christusnachfolge, 1992, 196-201; Leonhard Rugel, Die Anfänge der Barmherzigen Schwestern in Augsburg, in: Jahrbuch des Vereins für Augsburger Bistumsgeschichte 28 (1994), 133-159; Lebendes Feuer, 1995.



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