Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Dachs I

Patrizierfamilie

Von: Dr. Peter Geffcken (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1283-1398 in Augsburg nachweisbar. Die Angabe der Augsburger Historiographie, die Dachs seien zu den Zünften übergetreten, ist falsch. Sie basiert offenbar auf der Annahme eines Zusammenhangs mit den um 1440 zugewanderten zünftischen Dachs (II), der quellenmäßig nicht gesichert ist. Erst ab 1342 im Rat belegt, spielten die Dachs bis 1380 (als Repräsentanten des Patriziats) eine politisch wichtige Rolle und stellten zwei Stadtpfleger. Auch wirtschaftlich waren sie sehr aktiv. Der Stadtpfleger Konrad Dachs († 1343) ist als Weinhändler belegt. Stadtpfleger Johann Dachs († 1373) und sein Sohn Johann († 1380) waren wohl die reichsten Augsburger Kaufleute in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts. Wahrscheinlich führten sie eine Handelsgesellschaft, an der auch Schwiegersöhne und Handelsdiener beteiligt waren. Ab 1330 systematischer Erwerb von Liegenschaften und Renten. 1368 bezogen sie von der Stadt eine Kapitalrente (!) von 500 fl. 1377 übernahmen sie das Imhofhaus mit Antoniuskapelle. Die Witwe des jüngeren Johann versteuerte 1396 das mit Abstand größte Augsburger Vermögen, das dann an die Schwiegersöhne Hilpold von Knöringen und Lorenz Egen fiel. Als dessen Ehefrau kinderlos starb, wurde, offenbar um Erbansprüche der Knöringen zu verhindern, ihr Vermögen 1410 zur Dotation der Antoniuspfründe verwendet.

Paul von Stetten, Geschichte der adelichen Geschlechter in der freyen Reichsstadt Augsburg, 1762; Jakob Strieder, Zur Genesis des modernen Kapitalismus. Forschungen zur Entstehung der großen bürgerlichen Kapitalvermögen am Ausgange des Mittelalters und zu Beginn der Neuzeit, zunächst in Augsburg, 21935.



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