Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Eber

Valentin, * um 1420/25, † 1495/96 Augsburg, Stadtschreiber, Frühhumanist

Von: Dr. Peter Geffcken (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Hinweise auf sein Herkommen fehlen. Immatrikulation 1439 in Wien (’de Augusta’). Nach gängigen Karrieremustern wurde er vermutlich in Italien zum Licentiat der Rechte promoviert, was auch die Entwicklung humanistischer Interessen erklären würde. Spätestens seit 1454 in städtischen Diensten, ab 1455 ist Beteiligung an diplomatischen Missionen belegt. Bedeutsam war sein am 13.9.1457 erweiterter Vertrag, der bestimmte ’und des mer, daz er aber in den räten sitzen und mit räten rytten und reden [...] sol’; er erscheint dabei in Funktionen, die sonst eher zum Aufgabenbereich des leitenden Stadtschreibers zählten. Offenbar förderte Sigmund Gossembrot, der seit diesem Jahr dem engeren Führungszirkel angehörte und 1458 sogar als Stadtpfleger amtierte, die Karriere Ebers, der zu seinem humanistischen Freundeskreis zählte, entscheidend. Vielleicht lag hier eine der Wurzeln für den Anfang 1459 aufflackernden Konflikt Augsburgs mit Stadtschreiber Heinrich Erlbach. Als dieser von Wien aus den Dienst aufsagte, warf er der Stadt vor, man habe schon länger versucht, ihn aus dem Amt zu drängen; als Hauptschuldigen bezeichnete er Leonhard Langenmantel (I), den späteren Schwiegersohn Gossembrots. Wohl kurz darauf wurde Eber (erster) Stadtschreiber, 1469 Anstellung auf Lebenszeit. Vor 1461 heiratete er die Tochter des Zunftmeisters der Salzfertiger, Johann Renhard, eine Verwandte Leonhard Gessels und Schwägerin des Bürgermeisters Ludwig Hoser. Durch seine zweite Ehe mit Appolonia Hofmaier kam er 1470 auf die Herrenstube. Eigene Werke Ebers sind nicht bekannt. Auch nach Gossembrots Eintritt ins Kloster stand er in Briefkontakt mit humanistischen Kreisen. Sein Sohn Valentin studierte 1499 bzw. 1501 in Wien und Ingolstadt, der Sohn Augustin war 1505-1518 Fuggerfaktor in Breslau.

Chroniken der deutschen Städte vom 14. bis ins 16. Jahrhundert 5, 285, 296 f., 301, 306; Paul Joachimsen, Frühhumanismus in Schwaben, in: Württembergische Vierteljahreshefte für Landesgeschichte NF 5 (1896), 100; Eduard Zimmermann, Augsburger Zeichen und Wappen, 1970, 4302, 4304, 4308; Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon 2, 21980, 266 f.



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