Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Ganghofer

Ludwig (Albert), * 7.7.1855 Kaufbeuren, † 24.7.1920 Tegernsee, Schriftsteller

Von: Günther Grünsteudel / Dr. Gerhard Stumpf (Stand: 2.12.2011)

  • Sohn eines Försters, Jugend in Welden bei Augsburg. Besuchte seit 1869 das Augsburger Realgymnasium (Peutinger-Gymnasium), wo er durch das Lesen verbotener Bücher, Raufereien, Attacken gegen den Religionslehrer (Sympathien für Ignaz Döllinger) und missglückte physikalische Versuche auffiel. Meldete sich 1870 in patriotischer Begeisterung vergeblich bei zwei Augsburger Regimentern, verfasste vaterländische Gedichte. Da er beim Besuch einer ausdrücklich verbotenen Aufführung des Rappo-Theaters beobachtet wurde und eine Aussprache fürchtete, blieb er dem Unterricht fern und wurde 1871 der Schule verwiesen. Abitur in Regensburg. 1872 Volontär in der Maschinenfabrik Riedinger zur Vorbereitung auf ein Maschinenbaustudium, das er in München begann. Studierte später jedoch Literaturgeschichte und Philosophie (Promotion 1879). 1881 Dramaturg am Wiener Ringtheater. Ab 1884 Mitarbeiter der 'Gartenlaube'. 1886-1891 Feuilletonredakteur am 'Wiener Tagblatt'. Ließ sich 1894 in München als freier Schriftsteller in München nieder und erwarb sich 1897 ein Landhaus mit ausgedehnter Jagd im Gaistal am Wetterstein. Erfolgreichster Vertreter der süddeutschen Heimatliteratur. Als Vorsitzender der 1897 gegründeten 'Münchener Litterarischen Gesellschaft' suchte er aber auch den Dialog mit 'Modernen' und wurde so z. B. zum Wegbereiter Rilkes und des mit ihm befreundeten Hofmannsthal in München.
  • Ganghoferstraße (1924, Pfersee-Süd, Amtlicher Stadtplan H 9).

Vinzenz Chiavacci, Ludwig Ganghofer, 1905; Neue deutsche Biographie 6, 1964, 60 f.; Otto Knörrich, Geschichte des Realgymnasiums Augsburg 1864-1964, 1964, 127-130; Ludwig Ganghofer, Lebenslauf eines Optimisten, 1966; Martin Nießeler, Erinnerungen an berühmt gewordene Schüler, in: 2000 Jahre Augsburg, 1984, 301; Ludwig Ganghofer, 1996; Emil K. Braito, Ludwig Ganghofer und seine Zeit, 2005; 150 Jahre Ludwig Ganghofer, 2005; Killy Literaturlexikon 4,22009, 110-112.

Ludwig Ganghofer



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