Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Gasversorgung

Von: Günther Grünsteudel / Thomas Wich (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Leuchtgas, gewonnen aus Steinkohledestillation oder verkokung, war in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der wichtigste Energieträger in Privathaushalt, Gewerbe und Industrie und wurde in später kommunalisierten Gaswerken zentral erzeugt. 1848 Bau eines ersten Gaswerks an der Bauhofstraße (Johannes-Haag-Straße) durch August von Eichthal, für dessen Trägerschaft er die ’Augsburger Gasbeleuchtungs-Gesellschaft’ gründete. Im selben Jahr Einführung der Gasbeleuchtung mit anfangs 335 Gaslaternen (Straßenbeleuchtung). 1862/63 Errichtung eines zweiten Gaswerks am kleinen Exerzierplatz (Badstraße) durch Ludwig August Riedinger, der in diesem Zusammenhang auch die ’Gesellschaft für Gasindustrie’ gründete. Seit etwa 1900 erfolgte die Gasversorgung über ein 91 km langes Rohrleitungssystem (jährlicher Verbrauch ca. 4 Mio. m3). 1907 Übergang der Gasversorung in städtische Regie. 1915 Inbetriebnahme des Gaswerks in Oberhausen. 1962 Gründung der ’Bayerngas’ durch die Städte Augsburg und München. Ab 1962 sukzessive Umstellung von Kohle- auf Erdgas; Einstellung der Kohlegasproduktion 1968. 1972 Lieferung von Erdgas aus Holland über Ulm, seit 1973 von russischem Erdgas über Ingolstadt. Gesamterdgasverbrauch 1994 mehr als 365 Mio. m3 (Tagessumme am 18.1.1994 knapp 2 Mio. m3).

Fritz Steinhäußer, Augsburg in kunstgeschichtlicher, baulicher und hygienischer Beziehung, 1902, 60 f.; Hermann Raff, Die Entwicklung der Straßenbeleuchtung mit Gas in Augsburg von [...] 1848 bis [...] 1907, Diss. Erlangen 1924.



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