Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Gaswerk

(August-Wessels-Straße 30)

Von: Prof. Wilhelm Ruckdeschel / Günther Grünsteudel (Stand: 21.3.2011)

  • Die beiden privatwirtschaftlich betriebenen Gaswerke vor dem Jakobertor (1848) und am Kleinen Exerzierplatz (1863) wurden 1907 in städtische Regie übernommen und 1915 durch das neue Gaswerk in Oberhausen mit einer Tagesleistung von 50.000 m3 ersetzt. Das ab 1912 in neoklassizistisch-neobarocken Formen errichtete und architektonisch bis ins kleinste durchkomponierte Bauensemble (Gebr. Rank, München) von Betriebs-, Verwaltungs- und Wohngebäuden (verputzter Eisenbeton) ist ein wichtiges Industriedenkmal, das bayernweit seinesgleichen sucht. Um einen zentralen Behälterturm (mit übereinander angeordneten Behältern für Teer, Ammoniak- und Brauchwasser) in Portalachse gruppieren sich ehemalige Ofen-, Apparate-, Reiniger- und Kesselhäuser, Werkstatt- und Lagergebäude sowie der überkuppelte Zentralbau des Labors. Im Osten zwei Glocken-Gasometer (25.000 und 50.000 m3). Der heute dominierende Scheiben-Gasometer (Höhe 85 m, Durchmesser 45 m, Inhalt 100.000 m3) wurde 1954 errichtet. Nach sukzessiver Umstellung auf Erdgas endete die Produktion von Leuchtgas 1978. Bis 2001 wurde noch Erdgas gespeichert und in das Netz eingespeist.

Reclams Führer zu den Denkmalen der Industrie und Technik in Deutschland 1, 1992, 36; Bernt von Hagen / Angelika Wegener-Hüssen, Stadt Augsburg, 1994, 78 f.; Zwischen Glaspalast und Maximilianeum, 1997, 148; Wilhelm Ruckdeschel, Industriekultur in Augsburg, 2004, 128-134; Karl Ganser, Industriekultur in Augsburg, 2010, 43-49. .

Gaswerk



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