Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Geizkofler

Gewerken- und Beamtenfamilie

Von: Dr. Katharina Sieh-Burens (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Die Familie stammte aus Sterzing (Tirol). Erste Beziehungen zu Augsburg im 15. Jahrhundert durch am Tiroler Bergbau beteiligte Bürger Augsburgs. Sieben der elf Söhne des Hans (I) Geizkofler (1498-1563), Bürgermeister von Sterzing, wurden höhere Verwaltungsfachleute im Dienst der Habsburger und kleinerer Territorialherren. Die vier übrigen Söhne arbeiteten für das Handelshaus Fugger: Michael (1527-1614) über 40 Jahre als oberster Rentmeister, Gabriel (1537-1588) als Faktor in Wien, Raphael (1539-1584) zunächst als Erzieher der Söhne Anton Fuggers, dann als Faktor in Spanien, Lukas Geizkofler (1550-1620) als Syndikus. Letzterer heiratete eine Hörmann und gehörte wie Michael der Herrenstube an. Er hinterließ eine interessante Autobiographie. Große Bedeutung erlangte die Familie in der nachfolgenden Generation mit Zacharias Geizkofler von Reiffenegg von und zu Gailenbach (* 1.11.1560 Brixen, † 8.5.1617 Prag), Sohn des Hans (II, 1530-1581), Enkel von Hans (I). Er war nach Gymnasium bei St. Anna, Rechtsstudium in Padua, Ingolstadt, Basel und Straßburg sowie Ausbildung am Reichskammergericht ab 1584 kurze Zeit für die Fugger tätig, trat dann aber 1585 mit deren Zustimmung in die Dienste Erzherzog Ferdinands. 1589 kaiserlicher Rat und Reichspfennigmeister Kaiser Rudolphs II. 1593-1603 mit der Einziehung der sogenannten Türkensteuer befasst. 1597-1603 oberster Proviantmeister der Reichstruppen. 1591 Heirat mit Maria Rehlinger. Erwarb 1592 das Gut Gailenbach bei Augsburg und 1601 das Rittergut Haunsheim (Dillingen/Donau), wo der überzeugte Protestant die Reformation einführte und die Leibeigenschaft abschaffte. Verfasser von Gutachten zur Reichsfinanz.

Adam Wolf, Lucas Geizkofler und seine Selbstbiographie, 1843; Johannes Müller, Zacharias Geizkofler, 1938; Lebensbilder aus dem Bayerischen Schwaben 8, 1961, 108-138, 163-197; Neue deutsche Biographie 6, 1964, 166-168; Alois Schweizer, Lucas Geizkofler, Diss. Tübingen 1976; Bosls bayerische Biographie, 1983, 247.

Zacharias Geizkofler

Namenszug von Lukas Geizkofler



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