Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Hätzer

Ludwig, * um 1500 Bischofszell (Schweiz), † 4.2.1529 Konstanz, Priester, Täufer

Von: Wolfgang Wallenta / Dr. Günter Hägele (Stand: 22.11.2011)

  • Nach theologischen Studien in Basel und Freiburg/Br. als Anhänger Zwinglis Kaplan in Wädenswyl und Priester in Zürich, wo er 1523 den Bildersturm veranlasste und deswegen ausgewiesen wurde. 1524/25 in Augsburg, u. a. Korrektor bei Silvan Otmar. Gründete, unterstützt von dem Kaufmann Georg Regel, einen Konventikel ’ernster Christen’. Danach Agitationstätigkeit in der Pfalz. Nach erneutem Aufenthalt in Augsburg floh Hätzer 1528 wegen drohender Verhaftung nach Konstanz, wo er wegen Ehebruchs – er unterhielt eine Beziehung zu Regels Frau Anna – hingerichtet wurde. Verwarf als radikal-religiöser Spiritualist den Taufzwang für Kinder, trat für die Erwachsenentaufe ein, bestritt die Gottheit Christi; entschiedener Gegner der protestantischen Rechtfertigungslehre. Enge Kontakte zu Hans Denck.

Johann Friedrich Gerhard Goeters, Ludwig Hätzer, 1957; Georg Baring, Ludwig Hätzers Bearbeitung der 'Theologia Deutsch' Worms 1528, in: Zeitschrift für Kirchengeschichte 70 (1959), 218-230; Neue deutsche Biographie 7, 1966, 455; Hans Guderian, Die Täufer in Augsburg, 1984; Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon 2, 1990, 453-456; Alejandro Zorzin, Ludwig Hätzers 'Kreuzgang' (1528/29). Ein Zeugnis täuferischer Bildpropaganda, in: Archiv für Reformationsgeschichte 97 (2006), 137-164.



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