Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Häussler

Ernst (Häusler, Häußler), * 8.1.1761 Böblingen, † 20.2.1837 Augsburg, Violoncellist, Sänger, Komponist, Musikdirektor bei St. Anna

Von: Günther Grünsteudel (Stand: 22.03.2011)

  • Sohn eines Korporals. Erhielt seine (auch musikalische) Erziehung und Ausbildung an der herzoglich-württembergischen Militär-Akademie, der späteren ‚Hohen Carlsschule‘.1777-1786 Violoncellist in der Stuttgarter Hofkapelle. 1789 in Fürstenbergischen Diensten in Donaueschingen; danach lebte er einige Jahre in Zürich. Mitte der 1790er Jahre kehrte er nach Stuttgart zurück, lebte aber gewisse Zeit auch in Wien. Hier wie dort betätigte er sich als Cellovirtuose, Komponist und Sänger.
    Seit 1800 Musikdirektor bei St. Anna, dem nicht nur die Leitung der Kirchenmusik in St. Anna, die Komposition der Friedensfestmusiken und sonstiger aufzuführender Werke sowie die Ausbildung der in St. Anna tätigen Sänger oblag, er führte – wie seit Philipp David Kräuter üblich – auch die Oberaufsicht über die Kirchenmusik an den übrigen protestantischen Kirchen in Augsburg. Außerdem engagierte sich Häussler wie seine Vorgänger in beachtlichen Umfang auch für das städtische Musikleben. Allein im Fuggerschen Konzertsaal (Fuggerhäuser) am Zeugplatz sind bis 1822 regelmäßig Auftritte nachweisbar, in denen er als Instrumentalist, Sänger und musikalischer Leiter in Erscheinung trat und vielfach auch eigene Schöpfungen zu Gehör brachte. Ab Winter 1803/04 leitete er einige Jahre lang eine Abonnement-Konzertreihe im Gasthof „Zur goldenen Traube“. Bei den von Fürstbischof Klemens Wenzeslaus ins Leben gerufenen Hofkonzerten war er ein gern gesehener Gast. Seit 1806 Königlich bayerischer Musikdirektor.
    Trat entschieden für die Lösung sozialer Probleme der öffentlichen Musikpflege und die Einrichtung einer Sing- und Musikschule ein. Als Komponist hinterließ er neben geistlicher Musik (Kantaten, Passionsmusiken, Kirchengesänge), die er von Amts wegen zu komponieren hatte, einen beachtlichen Werkbestand an weltlichen Gesängen, vor allem Klavierlieder, die vielfach im Druck erschienen (Böhm, Gombart), aber auch Arien mit Orchesterbegleitung, und sogar eine Oper („Partenope“).

Joseph von Ahorner: Augsburger Musikzustände seit dem Ende des vorigen Jahrhunderts, in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben und Neuburg 1 (1874), 342-355; Clytus Gottwald, Die Musikhandschriften der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg, 1974, 226, 238-242; Musik in Bayern, Katalog, 1972, 425 f., 533 f.; Franz Krautwurst / Wolfgang Zorn, Bibliographie des Schrifttums zur Musikgeschichte der Stadt Augsburg, 1989; Hans Rheinfurth, Musikverlag Gombart, Basel, Augsburg (1789 - 1836), 1999; Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Personenteil 8, 22002, 881-884; Günther Grünsteudel, „Cantate Domino canticum novum“. Zur Geschichte der Musikpflege bei St. Anna, in: St. Anna – eine Kirche und ihre Gemeinde, 2011 [in Vorbereitung].



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