Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Haug

(Hug), Kaufmannsfamilie

Von: Dr. Peter Geffcken (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1346 bis ins 17. Jahrhundert in Augsburg nachweisbar; 1507 Herrenstube. Schon Konrad († 1402/ 03), der erste nachweisbare Vertreter der Familie (Bürgerrecht 1346), war recht einflussreich: Siegelte 1368 als Zunftmeister der Lederer den ersten Zunftbrief und amtierte als Steuermeister. Sein Anschlagvermögen (1396: 980 fl; 92. Stelle) lässt vermuten, dass schon er als Kaufmann tätig war. Eine noch bedeutendere Stellung erlangte der Sohn Gastel (I, * um 1359, † 1400). Er erscheint ab 1380 in den Steuerbü­chern und wurde 1396 mit einem Anschlagvermögen von 2418 fl (24. Stelle) veranlagt. Durch seine zweite Ehe wechselte er in die Salzfertigerzunft. Seit den 1390er Jahren ist er im Rat nachweisbar und zählte als Baumeister bald zum engeren Führungszirkel. Den Söhnen gelang es, sich unter den politisch führenden Familien der Zunft zu etablieren: der älteste, Thomas (I, * um 1382, † 1417/18), saß 1416 im Rat, ihm folgte 1419 Gastel (II, * um 1385, † 1434/35), der in den 1420er Jahren auch als Spitalpfleger bezeugt ist, und schließlich (belegt ab 1441) der jüngste, Konrad (II, † 1452/53). Eine vorübergehende wirtschaftliche Erschütterung war seit den 1420er Jahren überwunden; die sich bei Gastel (II) abzeichnende wirtschaftliche Karriere wurde durch allzu frühen Tod beendet. Auch Sohn Gastel (III, † 1455) starb in jüngeren Jahren. Sein Sohn Gastel (IV, * um 1445, † 1510) vertrat ab 1489 die Salzfertigerzunft im Rat und zählte zuletzt zum engeren Führungszirkel; ihm gelang es, wieder zu den führenden Kaufmannsfamilien aufzuschließen: 1486 stand er an 21. Stelle der Steuerzahler. Bis in die 1480er Jahre arbeitete er eng mit seinem Schwager Lukas Fugger zusammen; gegenseitige Prokura lässt aber schon für 1484 die Existenz einer eigenen Firma erkennen. Nach 1510 wurde sie offensichtlich von den Söhnen weitergeführt, da Ulrich Linck von seiner Tä­tigkeit für den Haug’schen Handel berichtet. Spätestens nach dem Tod von Thomas (II, † 1518/19) dürfte sie aufgelöst worden sein, denn Anton (I, † 1549) wie Linck traten als Faktoren in die Bimmel-Gesellschaft ein. 1531 übernahm Anton, der wohl seit dem Tod des Schwiegervaters (1525) zu den Teilhabern zählte, mit Hans Langnauer und Linck die Firma (Haug & Lang(e)nauer). Nach seinem Tod erscheinen die Söhne als Gesellschafter der Firma, die seit 1562 von David Haug († 1570) geleitet wurde. Matthäus († 1582), ein Sohn von Thomas, hatte schon vor 1545 eine eigene Handlung gegründet, als deren Teilhaber 1555-1561 auch sein Bruder Christoph († 1592) genannt wird. In den Bankrott von Haug-Langnauer & Mitverwandte wurde die Firma offensichtlich nicht hineingezogen; noch 1604 lässt sich der Sohn Matthäus (II, † 1607) als vermögender Juwelier nachweisen. In der nächsten Generation begann der wirtschaftliche Niedergang.

Eduard Zimmermann, Augsburger Zeichen und Wappen, 1970, 4328; Fritz Peter Geffcken, Soziale Schichtung in Augsburg 1396-1521, 1995, München Diss. 1983, 143, 197, Anh. 7-214; Augsburger Eliten des 16. Jahrhunderts, 1996, 239-259.



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