Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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St. Jakob

(Bei der Jakobskirche 4; Pfarramt: Zobelstraße 11)

Von: Jürgen Wagner / Redaktion (Stand: 30.7.2009)

  • 1) Kirche. Eine 1080 niedergebrannte Jakobskapelle ist bereits vor 1000 als Treffpunkt der Pilger nach Santiago de Compostela bezeugt; das älteste Augsburger Volksfest, die Jakober Kirchweih, hat hier seinen Ursprung. Neubauten im 12. Jahrhundert und 1348. Mit der Kirche verbunden war ein Pilgerhaus (Jakobspfründe), das nach der Reformation in die Konventgebäude des aufgelassenen Barfüßer-Klosters verlegt wurde. Dank Spenden Ulrich Ilsungs d. Ä. und Jakob Haustetters 1356-1360 Verschö­nerung der Kirche. Der 1364 errichtete Turm erhielt nach Umbauten im Jahr 1533 1649 eine neue Laterne. Im 18. Jahrhundert Umbau des Langhauses zum Saalbau. 1944 völlige Zerstörung, seit 1947 Wiederaufbau (Weihe 1949). 1973 Einbau von Empore, Kanzel und dreier bunter Glasfenster im Chor. 1975 Rekonstruktion der historischen Turmhaube. 1988 Generalsanierung. 1994 wurde östlich der Kirche der den Heiligen und eine Pilgergruppe darstellende Jakobsbrunnen (Prof. Bernd Altenstein) aufgestellt.
  • 2) Pfarrei. St. Jakob öffnete sich 1521 als erste Augsburger Kirche der Reformation, blieb aber bis 1632 Filialkirche der Barfü­ßerkirche; 1633, während der schwedischen Besatzung, zur selbstständigen evangelisch-lutherischen Pfarrei erhoben, nach dem Westfälischen Frieden (1649) endgültig protestantisch. 1922 wurde der Pfarrsitz der 1856 errichteten zweiten Pfarrstelle nach Lechhausen verlegt, nachdem die Pfarrei diesen Vorort bereits seit 1881 mit betreut hatte. 1928 Umwandlung der zweiten Pfarrstelle in die selbstständige Pfarrei St. Markus. Eine 1962 neu errichtete zweite Pfarrstelle wurde 1965 in die Pfarrei St. Andreas umgewandelt. Die Kirchengemeinde zählt derzeit 1184 Mitglieder (Stand: 1.1.2009).
  • Bei der Jakobskirche (Jakobervorstadt-Nord, Amtlicher Stadtplan K 8).

Wolfgang Zorn, Die St. Jakobsgemeinde in der Geschichte des evangelischen Augsburg, 1955; Welt im Umbruch. Augsburg zwischen Renaissance und Barock 1, 1980, 203; Horst Jesse, Die Geschichte der Evangelischen Kirche in Augsburg, 1983, 423-425; Wilhelm Wagner, Augsburg St. Jakob, 1992; Franz Häußler, Augsburg 1930-1955, 1993, 130; Bernhard G. Graf / Hans-Günther Kaufmann, Auf Jakobs Spuren, 1993; Bernt von Hagen / Angelika Wegener-Hüssen, Stadt Augsburg, 1994, 98-102; Bayerische Baudenkmäler im Zweiten Weltkrieg, 1995, 25; St. Jakob - 650 Jahre: eine Kirche und ihr Stadtteil, 2005.

St. Jakob



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