Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Lechhausen

(Stadtbezirke 25-27)

Von: Dr. Dr. Anton Schneider / Dr. Peter Geffcken (Stand: 20.8.2009)

  • Besiedlung wohl um 800. Eine wichtige Furt und eine unter Bischof Heinrich (I.) errichtete Holzbrücke verbanden hier das bayerische Lechfeld mit Augsburg. 1143 inkorporierte Bischof Walter (I.) die Pfarrei St. Pankratius dem Domkapitel. 1252 überließ Bischof Hartmann dem Kloster St. Katharina hier Grundstücke und Weiderechte. Anhand einer Urkunde von 1304 lässt sich Konrad Lang ’von St. Moritz’ als Grund- und Gerichtsherr von Lechhausen erschließen, nachdem schon 1296 Streitigkeiten wegen seines dortigen Besitzes mit Bischof Wolfhart erwähnt werden. 1339 erscheint Lechhausen im Besitz seines Enkels Konrad (I) Onsorg († 1358/59), nach dessen Tod es die Söhne Hans (I), Hartmann (I) und Konrad (II) erbten. Bei der Erbteilung fiel Lechhausen hälftig an Hans (I) und Konrad (II). 1372 verkauften Konrad (II) und die Söhne Hans (I) Onsorgs ihre Hälften als bischöfliches Lehen an Hermann (I) Nördlinger (I), dessen Söhne das ihnen zuvor vom Bischof übereignete Lechhausen 1395 an das Domkapitel veräußerten. 1401 erwarben die Brüder Ludwig und Bartholomäus Hörnlin eine Hälfte von Lechhausen, gaben sie aber schon 1403 an die Jakobspfründe weiter. Mit dem Verkauf der Grund- und Zehntrechte des Domkapitels an Herzog Maximilian I. fiel Lechhausen 1603 an Bayern; der Zollgerichtsbarkeit des bayerischen Landgerichts Friedberg hatte es bereits seit 1469 unterstanden. 1632 wurde die Pfarrkirche St. Pankratius zusammen mit dem Dorf von den Schweden zerstört. Am 26.6.1645 wurde der Neubau geweiht. 1706-1714 gehörte Lechhausen während des Spanischen Erbfolgekriegs kurzfristig wieder zu Augsburg. 1796 erneute Verwüstung durch französische Truppen unter General Moreau; allein die Fürsprache des Oberleutnants François de Bouché bewahrte Lechhausen vor der völligen Zerstörung (Gedenktafel am ehemaligen Rathaus). Ab 1852 rasches Bevölkerungswachstum infolge der Industrialisierung des Raumes Augsburg (1880 knapp 7500, 1904 15.000 Einwohner). 1900 Stadterhebung. Am 1.1.1913 mit 2800 ha und 18.405 Einwohnern Eingemeindung nach Augsburg. Die Stadtbezirke 25-27 (Lechhausen-Süd, -Ost und -West) mit zusammen knapp 1100 ha Fläche zählten am 1.1.2006 33.405 Einwohner.
  • Lechhauser Straße (1879, Jakobervorstadt-Nord, Amtlicher Stadtplan K, L 8).

Peter Rummel, Katholisches Leben in der Reichsstadt Augsburg (1650-1806), in: Jahrbuch des Vereins für Augsburger Bistumsgeschichte 18 (1984), 153 f.; Lechhausen-Hochzoller Jubiläumsausgabe, in: Augsburger Allgemeine, 23.2.1983 (Beilage); Lechhausen, 1985; Ganz Lechhausen, 1993.



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