Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Maria-Ward-Schwestern

(Institutum Beatae Mariae Virginis, Frauentorstraße 26)

Von: Prof. Dr. Wilhelm Liebhart / Redaktion (Stand: 21.8.1009)

  • 1662 kamen Mary Poyntz und fünf Begleiterinnen von England nach Augsburg. Sie gehörten der von Mary Ward gegründeten und sich der Mädchenerziehung widmenden Schwesterngemeinschaft an. Sie lebten anfangs in verschiedenen Häusern, ehe sie 1687 in der Kautzengasse (heute Frauentorstraße) eine Heimat fanden. Bischof Johann Christoph von Freyberg förderte die ’Englischen Fräulein’ seit 1665. 1680 bischöflicher Stiftungsbrief, 1690 Bürgerrecht. 1713-1749 Konflikt mit den Bischöfen, die die geistliche Oberaufsicht einer Generaloberin erfolgreich bestritten. Da die Maria-Ward-Schwestern sich der Erziehung von Mädchen widmeten, waren sie 1802 von der Säkularisation nicht betroffen. 1815 durften sie wieder Novizinnen aufnehmen und ihre Arbeit fortsetzen, blieben aber von Krisen, etwa im Kulturkampf oder im Dritten Reich (Schließung 1941), nicht verschont. 1944 wurde das Maria-Ward-Institut mit der 1706 geweihten Herz-Jesu-Kirche völlig zerstört. Wiederaufbau nach Plänen von Michael Kurz 1955-1957. Das von  den Maria-Ward-Schwestern unterhaltene Maria-Ward-Gymnasium (sprachliches und wirtschaftliches Gymnasium für Mädchen) und die Maria-Ward-Realschule für Mädchen mit Tagesheim gehören zum Schulwerk der Diözese Augsburg.

300 Jahre Institut der Allerseligsten Jungfrau Maria Augsburg, 1962; Martin Nießeler, Augsburger Schulen im Wandel der Zeit, 1984, 213-217; Peter Rummel, Katholisches Leben in der Reichsstadt Augsburg (1650-1806), in: Jahrbuch des Vereins für Augsburger Bistumsgeschichte 18 (1984), 53 f.; Herbert Immenkötter, Kulturkampf in Augsburg, in: ebenda 20 (1986), 221-263; Maria Ward: Ich habe immer das Licht geliebt, 1986; Handbuch der bayerischen Kirchengeschichte 2, 1993, 859-870, 3, 1991, 801-808; Christusnachfolge, 1992, 247-253; Alfred Juhl, Die Anfänge des Institutum Mariae Virginum Angelicanarum, in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben 87 (1994), 59-103; Ders., Institutum Mariae Virginum Anglicanarum, 1997; Ulrike Laible, Bauen für die Kirche, 2003, 307 f.



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