Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Neusidler

Melchior (Neusiedler), * 1531 Nürnberg, † 1590 Augsburg, Komponist

Von: Dr. Josef Mančal (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Musikalische Ausbildung vermutlich durch seinen Vater, den Lautenmacher Hans Neusidler. Kam 1552 nach Augsburg und gab sein Nürnberger Bürgerrecht auf. 1565, möglicherweise gefördert von den Fugger, Reise nach Venedig, wo er seine beiden ersten, Johann Langnauer und Melchior Linck gewidmeten Lautenbücher bei Antonio Gardano in italienischer Tabulatur publizierte. 1574 Aufenthalt in Straßburg, dort bei Bernhard Jobin Druck des ’Teutsch Lautenbuch’ in deutscher Tabulatur. Sein Musikstil ist italienisch beeinflusst. Versuche, außerhalb Augsburgs eine feste Anstellung zu finden, scheiterten; lediglich 1580/81 kurzzeitig am Innsbrucker Hof. Engere Kontakte zu den Fugger. Bedeutendster Vertreter Augsburger Lautenkunst und Wegbereiter der italienischen Lautentabulatur in Deutschland.

Lebensbilder aus dem Bayerischen Schwaben 5, 1956, 180-187; Die Musik in Geschichte und Gegenwart 9, 1961, 1408; The new Grove dictionary of music and musicians 13, 1980, 157 f.; Othmar Wessely, Zur Lebensgeschichte von Melchior Neusidler, in: Studien zur Musikwissenschaft 36 (1985), 17-31; Franz Krautwurst / Wolfgang Zorn, Bibliographie des Schrifttums zur Musikgeschichte der Stadt Augsburg, 1989; Die Fugger und die Musik, 1993, 146 f., 158 f.; Franz Krautwurst, Melchior Neusidler und die Fugger, in: Musik in Bayern 54 (1997), 5-24.



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