Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Papiermühlen

Von: Dr. Hans-Jörg Künast (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Als älteste Papiermühle in Deutschland kann die des Ulman Stromer in Nürnberg gelten. Die Papierherstellung begann in Augsburg um 1460. Dieser Produktionszweig hat sich durch alle Jahrhunderte bis heute in der Stadt gehalten. In vorindustrieller Zeit existierten acht Papiermühlen. Die ’Obere Papiermühle an der Sinkel’ (Singold) wurde um 1460 von dem späteren Buchdrucker Johann Schüßler gegründet und erst 1847 von der Mechanischen Spinnerei am Senkelbach verdrängt. Die ’Kleine Papiermühle an der Sinkel’ existierte nur 1503-1530. Von weit größerer Bedeutung war die 1483 von Johann Bämler errichtete ’Untere Papiermühle am Pfannenstiel an der Sinkel’. Sie ging im Dreißigjährigen Krieg (spätestens 1635) zugrunde. 1491-1494 betrieb Johann Schönsperger d. Ä. eine Papiermühle ’vor dem Schwibbogen beim Roten Tor’. 1616 entstand die Papiermühle ’vor dem Jakobertor am Klingenbach’, an deren Stelle 1797 eine Kattunfabrik errichtet wurde. Die Papiermühle ’am Lueginsland am Malvasierbach’ (1689) wurde 1849 von Georg Haindl und Friedrich Pustet erworben. 1880 erwarb die G. Haindl’sche Papierfabrik auch die Papiermühle ’hinter der Neumühle am Schäfflerbach’ (1786). 1734-1785 bestand eine weitere Papiermühle ’bei der Lechmühle’, ehe sie in eine Tabakmühle umgewandelt wurde.

Friedrich von Hössle, Die alten Papiermühlen der Freien Reichsstadt Augsburg, 1907; Albert Hämmerle, Augsburger Buntpapier, in: Viertel-Jahreshefte zur Kunst und Geschichte Augbsurgs 3 (1937/38), 133-179; Hans-Jürgen Wolf, Augsburger Papiermacher, in: Ders., Geschichte der graphischen Verfahren, 1990, 66-72; Frieder Schmidt, Papierherstellung in Augsburg bis zur Frühindustrialisierung, in: Augsburger Buchdruck und Verlagswesen, 1997, 73-95.



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