Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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St. Peter am Perlach

(Rathausplatz 4)

Von: Prof. Dr. Wilhelm Liebhart / Redaktion (Stand: 28.11.2012)

  • 1067 übergaben die Edelfreien Swigger und Peretha von Balzhausen für ihr Seelenheil Besitz und Leibeigene an die Kirche St. Peter und die dortigen Kleriker (Grabplatte in der Kirche). Die eigentliche Gründung des Kollegiat- oder Säkularkanonikerstifts dürfte kurz zuvor unter Bischof Embrico erfolgt sein. Im Mittelalter nominierte der Bischof den Propst und vergab die anfangs drei, später sechs Kanonikerpfründen. St. Peter lag inmitten der Bürgerstadt, die sich seit dem 10. Jahrhundert unweit der Domstadt entwickelt hatte. Seit dem ersten Rathausbau von 1260 diente die Kirche als Ratskirche; Pfarrrechte besaß sie nicht. Seit dem 15. Jahrhundert sind Augsburger Patrizier als Kanoniker und Pröpste nachgewiesen. Das dem Hochstift inkorporierte Stift wurde 1802 von Bayern aufgehoben, die Kirche geschlossen (ab 1811 wieder geöffnet). Die dreischiffige romanische Hallenkirche (1182) gilt als frühester Ziegelgewölbebau Süddeutschlands und wurde im 17./18. Jahrhundert im Stil des Barock ausgestaltet: Hochaltarbild von Johann Matthias Kager (1625); das schmiedeeiserne Abschlussgitter kam 1785 aus dem Dom hierher. Die berühmte romanische Sitzstatue des Weltenrichters entstammt wohl der Ausstattung von 1182. Im Norden die langgestreckte, 1518 auf ihre heutige Breite reduzierte Felicitaskapelle. Die lebensgroße Petrusfigur im Osten am rechten Chorbogen ist eine Stiftung des Octavian Secundus Fugger. Zur Kirche besteht eine Marienwallfahrt (’Maria Knotenlöserin’); das Wallfahrtsbild ist eine Stiftung des Hieronymus A. Langenmantel. 1944 beschädigt, 1954 im Sinn des romanischen Baus wiederhergestellt.

Albert Haemmerle, Die Kanoniker der Chorherrenstifte St. Moritz, St. Peter und St. Gertrud bis zur Säkularisation, 1938; Peter Rummel, Katholisches Leben in der Reichsstadt Augsburg (1650 - 1806), in: Jahrbuch des Vereins für Augsburger Bistumsgeschichte 18 (1984), 36 f.; Wilhelm Liebhart, Die Säkularisation in Augsburg 1802 - 1807, in: Aufbruch ins Industriezeitalter 2, 1985, 143; Leo Weber, St. Peter am Perlach, 1983;St. Peter am Perlach Bernt von Hagen / Angelika Wegener-Hüssen, Stadt Augsburg, 1994, 380-383.



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