Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Peurlin

(Beierlin) Bildhauerfamilie

Von: Ulrich Kirstein (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1) Hanns (I), * 1434 Augsburg, † 1482 Augsburg. Sohn eines Glasers, 14-jährig Lehre bei einem Augsburger Bilderschnitzer, vielleicht dem ’Meister der Schwangau-Tumba’. Nach 1545 auf Wanderschaft, sehr wahrscheinlich in Ulm bei Hans Multscher, Mitarbeit am Hochaltar der Pfarrkirche Sterzing. Ab 1459 in Nürnberg, wo er aber nicht Fuß fassen konnte. 1462 Übersiedlung nach Augsburg. Kaufte hier 1479 ein Haus nahe ’Sant Anthonino’, das eine florierende Werkstatt beherbergte. Werke in Augsburg: Das Kenotaph für Kardinal Peter von Schaumberg in der Augustinuskapelle und eine große Anzahl weiterer Grabmäler und Epitaphien im Domkreuzgang.
  • 2) Hanns (II), † 1507/08. Sohn und Schüler von 1), tätig ab 1483, zweifelsfrei der begabteste Spross der Familie, der für die Bischöfe von Augsburg, Eichstätt, Freising und Chiemsee und zahlreiche Augsburger Kanoniker arbeitete. Führte um 1500, als Gregor Erhart nach Augsburg kam, die größte Werkstatt am Ort. Zu seinen Lehrknaben zählten Wolfang Leb aus Wasserburg und Loy Hering. Werke in Augsburg: Tympanon eines Portals für den Dom (heute Domkreuzgang), Epitaph für Ludwig von Freyberg und seine beiden Gemahlinnen (1485, Zuschreibung), Grabmal für Bischof Johann Graf von Werdenberg in der Augustinuskapelle sowie Grabplatte und Epitaph für Bischof Friedrich von Zollern (1495) in der Gertrudkapelle des Doms.
  • 3) Hanns (III), † 1527. Sohn von 2), Lehre in der väterlichen Werkstatt, die er erst um 1515 auf niedrigem Niveau weiterführte. Musste 1522 sein Haus verkaufen. Die Zuschreibung seiner Werke ist umstritten, so die Grabplatten für Vitus Meler und Bischof Heinrich von Lichtenau im Augsburger Domkreuzgang. Mit ihm erlosch die vielbeschäftigte Bildhauerwerkstatt.

Volker Liedke, Die Augsburger Sepulkralskulptur der Spätgotik 2, 1986, 39-46; 3, 1987, 1-150; Karl Kosel, Der Augsburger Domkreuzgang und seine Denkmäler, 1991; Denis A. Chevalley, Der Dom zu Augsburg, 1995, 290-297, 429-437, 448.



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