Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Rappolt

(Rapold, Rauppot), Patrizierfamilie

Von: Dr. Peter Geffcken (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1334-1420 in Augsburg nachweisbar. Seit 1261 belegt, zählen die Rappolt zu den bedeutendsten Patrizierfamilien Kaufbeurens. Anfang der 1330er Jahre erwarb Johann Rappolt († 1359) durch Heirat mit Gertrud, Tochter des Stadtpflegers Rüdiger (I) Langenmantel (II), Augsburger Bürgerrecht. 1338 übersiedelte auch sein hochbetagter Vater ’dominus Rapoldus de Bueron’ († 1351/59) nach Augsburg. Im gleichen Jahr ist Johann erstmals im Rat bezeugt, 1344, 1350 und 1359 amtierte er als Stadtpfleger. Seinen Reichtum bezeugt die Stiftung eines Altars mit Vikarie bei St. Moritz, die 1362 von den Söhnen vollzogen wurde. Der ältere Sohn Rüdiger (I, † 1410) ist 1362-1404 als Ratsherr belegt. 1369-1389 zählte er zum engsten politischen Führungskreis und wurde viermal zum Stadtpfleger gewählt. Der jüngere Sohn Thomas (I, † nach 1372) leistete der Stadt mehrfach militärische Dienste. Kaufmännische Aktivitäten der Familie werden erst bei Rüdigers ältestem Sohn Johann (II, † nach 1429) fassbar, der an Finanztransaktionen (1400-1408) mit dem französischen Hof beteiligt war und in Nördlingen als Barchentverleger aufscheint. Zwischen 1391 und 1413 ist er abwechselnd als Bürger in Augsburg und Nürnberg belegt. Nach endgültiger Aufgabe des Augsburger Bürgerrechts urkundete er noch 1415 in Donauwörth und 1416 in Landsberg. Handelsinteressen waren wohl auch der Grund, weshalb der zweite Sohn Franz (I, † 1410/11) Ende des 14. Jahrhunderts nach Nördlingen abwanderte. Rüdiger (II, † 1411), der dritte Sohn, blieb Augsburger Bürger. Mit dem jüngsten Sohn Daniel Rappolt († 1420), Chorherr bei St. Moritz und Pfarrer in Gottmannshofen, erlosch das Geschlecht in Augsburg. Angehö­rige der Familie lassen sich im 14. Jahrhundert auch in Memmingen und Schongau nachweisen. Der aus Nördlingen zugewanderte Thomas Rappolt gründete 1405 den Nürnberger Familienzweig, der bedeutende Kaufleute und Montanunternehmer hervorbrachte.

Eduard Zimmermann, Augsburger Zeichen und Wappen, 1970, 1312; Wolfgang Stromer von Reichenbach, Oberdeutsche Hochfinanz 1350-1450, 1970, 396, 408; Ders., Die Gründung der Baumwollindustrie in Mitteleuropa, 1978; Fritz Peter Geffcken, Soziale Schichtung in Augsburg 1396-1521, 1995, München Diss. 1983, 140, Anh. 7-47, 228-233.



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