Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Rathgeber

Johann Valentin, * 3.4.1682 Oberelsbach (Unterfranken), † 2.6.1750 Banz (Oberfranken)

Von: Günther Grünsteudel (Stand: 22.03.2011)

  • Sohn eines Lehrers und Organisten, bei dem er auch seine musikalische Ausbildung erhielt. Studium der Philosophie und Theologie in Würzburg. Ab 1704 Schulmeister und Organist am Juliusspital. 1707 Kammerdiener und Musikus des Abts von Kloster Banz und Eintritt in den Benediktinerorden. 1711 Priesterweihe. Verließ 1729 das Kloster ohne Erlaubnis, nachdem seine Bitte, eine Bildungsreise durch Europa machen zu dürfen, vom Abt abgelehnt worden war. Er begab sich zunächst nach Würzburg, Mainz, Bonn, Köln, Trier und Stuttgart, ab 1731 über Schloss Montfort, Wettingen (Aargau, 1732), Päfers bei St. Gallen, Wasserburg (1733) nach Scheyern (Oberbayern, 1734), wobei er meist in Benediktinerklöstern unterkam. 1734-1738 hielt er sich hauptsächlich in Augsburg und München auf, 1735 in den Benediktinerklöstern Admont (Steiermark) und Pannonhalma (Ungarn). 1738 kehrte er nach Banz zurück, wo er zunächst inhaftiert, schließlich aber nach der Erneuerung seines Gelübdes wieder in die Ordensgemeinschaft aufgenommen wurde. Mit den in Augsburg bei Lotter seit 1721 im Druck erschienenen 22 mehrteiligen und meist geistlichen Opera machte er sich im süddeutschen Raum einen Namen als Komponist leicht ausführbarer Kirchenmusik, für die er einen großen Markt erkannte. Zu den bekanntesten weltlichen Werken gehören die anonym erschienenen ‚Trachten‘ I-III des sog. Augsburger Tafel-Confects (1733, 1737, 1739), dessen vierte und letzte ‚Tracht‘ (1746) von Johann Caspar Seyfert komponiert wurde.

Max Hellmuth, Johann Valentin Rathgeber, Diss. Erlangen 1943; Wilfried Dotzauer, Die kirchenmusikalischen Werke Johann Valentin Rathgebers, Diss. Erlangen 1976; Hans Rheinfurth, Der Musikverlag Lotter in Augsburg, 1977; Franz Krautwurst / Wolfgang Zorn, Bibliographie des Schrifttums zur Musikgeschichte der Stadt Augsburg, 1989; Fränkische Lebensbilder 14 (1991), 141-161; Franz Krautwurst, Neues zur Lebens- und Rezeptionsgeschichte Valentin Rathgebers OSB, in: Musik in Bayern 50 (1995), 45-58; Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Personenteil 13, 22005, 1303-1305.



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