Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Reichenbach

Carl August, * 18.6.1801 Eisleben, † 19.8.1883 Augsburg, Maschinenbauer, Unternehmer

Von: Günther Grünsteudel / Dr. Josef Mančal (Stand: 14.9.2009)

  • Absolvierte nach einer Drechslerlehre in Leipzig eine zweite Lehrzeit als Maschinenbauer bei seinem Onkel Friedrich Koenig in Oberzell bei Würzburg, der als Erfinder der Schnellpresse gilt. 1824 stellte dessen Firma in der Druckerei Johann Friedrich Cottas in Augsburg die erste Schnellpresse in Süddeutschland auf. Im selben Jahr wurde Reichenbach bei Cotta Mechaniker und Oberaufseher über Druckmaschinen und Pressen (bis 1844). Seit 1835 stiller Teilhaber der Druckerei seines Schwagers Gottlieb Ulrich Geiger in Augsburg; nach dessen Tod wurde sein Schwager Carl Buz neuer Teilhaber. Zusammen mit diesem pachtete er 1844 die 1840 gegründete Maschinenfabrik Ludwig Sanders, die 1845 nun unter dem Namen 'C. Reichenbachsche Maschinenfabrik' ihre erste Schnellpresse auslieferte. Die Produktpalette umfasste daneben u. a. auch Dampfmaschinen, Wasserräder und Turbinen. 1855 zusammen mit Buz Erwerb des Unternehmens. 1857 Umwandlung in die ’Maschinenfabrik Augsburg AG’ (MAN). Buz wurde alleiniger Direktor, während Reichenbach lediglich die Fabrikation der Schnellpressen leitete. 1861 schied er aus der Leitung des Unternehmens aus, blieb aber bis 1883 im Aufsichtsrat. Seit 1861 betrieb er die 'G. Geigersche Buchdruckerei', die das Augsburger Tagblatt herausbrachte und 1862-1876 eine Buchhandlung betrieb.
  • Reichenbachstraße (1940, Lechhausen-West, Amtlicher Stadtplan K 7).

Fritz Büchner, Hundert Jahre Geschichte der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg, 1940, 25 ff.; Klaus Luther, Die Entstehung der M.A.N., in: Aufbruch ins Industriezeitalter 2, 1985, 280-287; Lebensbilder aus dem bayerischen Schwaben 13, 1986, 218-250; Horst Hesse, Carl August Reichbach und der Beginn des Druckmaschinenbaus in Augsburg, in: Augsburger Buchdruck und Verlagswesen, 1997, 1081-1100; Zwischen Glaspalast und Maximilianeum, 1997, 133-135; Neue deutsche Biographie 21, 2003, 307.

Carl August Reichenbach



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