Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Reichle

Hans, * um 1570 Schongau, † 1642 Brixen, Bildhauer

Von: Ulrich Kirstein (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Nach erster Ausbildung seit 1588 in Florenz in der Werkstatt Giambolognas. Modellierte 1595 eine Statue für das nie vollendete Grabmal Herzog Wilhelms V. in St. Michael, München. 1596-1601 in Brixen für die Habsburger tätig. Ab 1602 in Augsburg, 1607 wieder in Brixen. Nach Venedig-Aufenthalt 1614 ab 1617 wieder in Brixen. Von seinen Augsburger Werken sind ein Doppelepitaph im Domkreuzgang, der ursprünglich vergoldete Bronzeadler des ehemaligen Siegelhauses (seit 1927 im Hof des Maximilianmuseums), die Figurengruppe des heiligen Michael an der Fassade des Zeughauses und eine Marienfigur für das Wertachbruckertor erhalten. Von seinen Kreuzaltären steht noch das eindrucksvolle Exemplar, das Abt Johann Merk 1605/07 in St. Ulrich und Afra errichten ließ (im Chorschluss auch Nischenstatue des Abts von Reiche, 1612); der Kreuzaltar im Dom wurde zerstört. Außerdem im Maximilianmuseum Terrakottastatue Kaiser Maximilians I., ursprünglich für den Arkadenhof der fürstbischöflichen Hofburg in Brixen. Reichle huldigte einem kraftvollen, oft ins Pathetische gesteigerten Stil, der durch seine gelungene Verbindung von süddeutsch-realistischem und italienisch-manieristischem Formengut überzeugt.

Welt im Umbruch 2, 1980, 198-201; Thomas P. Bruhn, Hans Reichle, Univ. of Pennsylvania Diss. 1981.

Hans Reichle: Brozeadler (Siegelhaus)



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