Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Sailer

Johann Michael, *17.11.1751 Aresing bei Schrobenhausen, † 20.5.1832 Regensburg, katholischer Theologe

Von: Prof. Dr. Georg Kreuzer (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Kleinbauernsohn, besuchte 1762-1770 das Jesuitengymnasium in München. 1770 Novize der Jesuiten in Landsberg/Lech. Seit 1772 philosophisch-theologische Studien an der Universität Ingolstadt. Am 23.9.1775 Priesterweihe in Augsburg. 1780/81 zweiter Professor für Dogmatik in Ingolstadt. Nach Entlassung als (ehemaliger) Jesuit 1781-1784 theologische Studien und pastorale Aufgaben in Ingolstadt und Augsburg. Ab 1784 Professor für Moral- und Pastoraltheologie in Dillingen. Es erschienen u. a. sein ’Vollständiges Lese- und Betbuch zum Gebrauch der Katholiken’ (1785) und die ’Vorlesungen aus der Pastoraltheologie’ (3 Bände, 1788/89). Besonders von Exjesuiten der Aufklärerei verdächtigt, verlor er 1794 seine Professur. In der Folge bis 1799 u. a. von der päpstlichen Nuntiatur überwacht. Aufenthalte in München und Ebersberg, wo er die ’Imitatio Christi’ des Thomas von Kempen übersetzte, eine Sammlung von ’Briefen aus allen Jahrhunderten der christlichen Zeitrechnung’ (6 Bände) herausgab und die Exerzitien des Ignatius von Loyola bearbeitete. 1799 Ruf an die 1800 nach Landshut verlegte Universität Ingolstadt. Dort 1800-1821 Professor für Moral- und Pastoraltheologie, Homiletik und Pädagogik. Geistiger Mittelpunkt eines Kreises, der den Rationalismus der Aufklärung zugunsten eines erneuerten lebendigen Christentums zu überwinden suchte. Einen Ruf an die Universität Bonn und die Ernennung zum Erzbischof von Köln lehnte er ab. Sailers Ernennung zum Bischof von Augsburg, für die sich 1817 König Max I. Joseph ausgesprochen hatte, wurde durch unwahre Beschuldigungen des Redemptoristen Klemens Maria Hofbauer verhindert. Erst nach förmlicher Zurückweisung dieser Vorwürfe (1820) auf Druck von Kronprinz Ludwig 1821 Domkapitular und Weihbischof von Regensburg mit Nachfolgerecht. 1822 Generalvikar, 1825 Dompropst; 1829-1832, schon von schwerer Krankheit gezeichnet, Bischof von Regensburg (vgl. auch Johann-Michael-Sailer-Haus).

Johann Michael Sailer und seine Zeit, 1982; Georg Schwaiger, Johann Michael Sailer, in: Lebensbilder aus der Geschichte des Bistums Regensburg 2, 1989, 495-512; Brigitte Philipp, Sailers Theorie der Bildung, Diss. Passau 1990; Uto J. Meier, Christoph von Schmid, 1991; Bernhard Gajek, Bettine von Arnim und die bayerische Erweckungsbewegung, in: Die Erfahrung anderer Länder, 1994, 255-269; Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon 8, 1994, 1182-1197; Biographisches Lexikon der Ludwig-Maximilians-Universität München 1, 1998, 358-361.

Johann Michael Sailer



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