Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Scheffler

Von: Dr. Gode Krämer (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1) Christoph Thomas, * 20.12.1699 Mainburg, † 25.1.1756 Augsburg, Freskant, Maler, Zeichner. Bruder von 2), wie dieser Lehrzeit bei seinem Vater Wolfgang Scheffler in Freising. 1719-1722 Geselle bei Cosmas Damian Asam in München. 1722 Laiennovize der Jesuiten in Landsberg/Lech. Nach Entlassung aus dem Orden auf eigenen Wunsch 1728 Beisitz in Augsburg. Gemeinsam mit seinem Bruder 2) Ausmalung der Bischofsresidenz in Worms (1728/29; zerstört) und St. Peter und Paul in Neiße (Schlesien). 1738 Bürgerrecht in Augsburg durch Heirat, ohne der Zunft oder der Reichsstädtischen Kunstakademie näherzutreten. Einziger Schüler Ffranz Joseph Degle. In Süd- und Mitteldeutschland besonders von den Jesuiten mit Fresken- und Altarblattaufträgen bedacht. Wichtige Werke: Ausmalung der Kirche St. Paulinus in Trier (1743), der Alten Kapelle in Regensburg (1752) und der Jesuitenkirche in Landsberg/Lech (1754). Die bei seinem Tod unvollendeten Fresken wurden seinem Bruder übertragen. Da die von Stetten und der ihm folgenden Literatur erwähnten Grisaille-Malereien im Tafelzimmer und die allegorischen, lebensgroßen Bilder im Hof von St. Ulrich und Afra vergangen sind, ist als einziges Zeugnis seiner Freskenkunst in Augsburg die Muttergottes-Kapelle in Haunstetten (1742) erhalten. Bekannt sind noch Altarbilder in St. Peter (heilige Felicitas, 1735), St. Margareth (Madonna mit Heiligen, 1740), St. Ulrich und Afra (St. Simpert, 1737), vier Gemälde und sechs Zeichnungen in den Kunstsammlungen Augsburg.
  • 2) Felix Anton, getauft 29.8.1701 Mainburg, † 10.1.1760 Prag, Maler, Zeichner. Mit dem Bruder 1) Lehrzeit beim Vater und Gesellenzeit bei Cosmas Damian Asam. Dann gemeinsame Arbeiten in Worms und Neiße. Blieb in Schlesien, wurde zu einem der bedeutendsten Freskanten in Schlesien, Böhmen und Mähren. Fresken in Breslau (1739), Grüssau (1743), Brünn (1744/45), im Schloss Jemniste (1754). Beim Tod seines Bruders 1756 wurden ihm dessen unvollendete Werke u. a. in der Ignatius-Kapelle in Landsberg/Lech übertragen. Ein Bild (Entwurf für das Hochaltarblatt der katholischen Kirche in Jauer/Breslau) und eine Zeichnung in den Kunstsammlungen Augsburg.

Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler 30, 1936, 9 f.; Ernst Dubowy, Felix Anton Scheffler, 1925; Wilhelm Braun, Christoph Thomas Scheffler, ein Asamschüler, 1939; Deutsche Barockgalerie. Katalog der Gemälde, 21984, 213; Meisterzeichnungen des deutschen Barock, 1987, 360-367; Heiner Martini, Himmel und Hölle auf Decken und Wänden, 1985; Werner Vitzthum, Mainburg, 1991, 106 f.



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