Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Tach

Markus (Marcus Tatius Alpinus), * um 1509 Zernez/Graubünden, † 12.6.1562 Freising, humanistischer Dichter, Übersetzer, Jurist

Von: Dr. Christoph Roth (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Elementarunterricht in Chur. Schulzeit in München, ab 1521/22 bei Wolfgang Winthauser; Umgang mit katholischen Humanisten. 1532 in Augsburg Privatlehrer der Söhne des Raymund Fugger (Hans Jakob und Ulrich), nach dessen Tod 1535 er in den Dienst von dessen Vetter, Hieronymus Fugger, trat. Seit 1538 gut zehn Jahre lang Professor der Poesie an der Universität Ingolstadt, dort zum ’poeta imperatorius’ ernannt; Promotion zum Dr. iur. utr. Ab 1550 kaiserlicher Assessor am Reichskammergericht in Speyer, 1559-1562 Kanzler des Fürstbischofs von Freising. Gab 1533 in Augsburg die Raymund Fugger gewidmete Sammlung ’Progymnasmata’ (Übungsstücke) heraus, die eigene lateinische Gedichte und Werke von Freunden enthält. Seine Hieronymus Fugger gewidmeten deutschen Übersetzungen der Berichte vom Trojanischen Krieg des Dares Phrygius und Dictys Cretensis erschienen 1536 und nochmals 1540 bei Heinrich Steiner im Druck. Weiteren Übersetzungen liegen des Vergilius Polydorus ’De inventoribus rerum’ (’Von Erfindung der Dinge’, 1537), des Leonardus Bruni Aretinus ’De bello Punico’ (’Historie der Römerkriege’, 1540) und die kriegskundlichen Werke des Frontinus und Vegetius zugrunde. Die Trojabücher konnten als Quelle für Hans Sachs’ Gedichte zu diesem Thema nachgewiesen werden, Johannes Herold brachte sie unter eigenen Namen 1554 in Basel noch einmal heraus.

Allgemeine deutsche Biographie 37, 1894, 415; Eduard Hailer, Marcus Tatius Alpinus, in: Sammelblatt des Historischen Vereins Freising 10 (1916), 61-79; Georg Ellinger, Die neulateinische Lyrik Deutschlands in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, 1929, 204-208; Paul Lehmann, Eine Geschichte der alten Fuggerbibliotheken 1, 1956, 10-16, 42; Norbert Lieb, Die Fugger und die Kunst im Zeitalter der hohen Renaissance, 1958, 13-15, 23-27; Franz Josef Worstbrock, Deutsche Antikerezeption 1450-1550 1, 1976, 63, 67, 72 f., 93, 199; Petra Fochler, Fiktion als Historie, 1990, 16-31, 67 f., 173-177; Biographisches Lexikon der Ludwig-Maximilians-Universität München 1, 1998, 428 f.



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