Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Urlsperger

Pfarrerfamilie

Von: Madlen Bregenzer / Redaktion (Stand: 5.1.2012)

  • 1) Samuel, * 31.8.1685 Kirchheim/Teck, † 23.4.1772 Augsburg. Entstammte einer oberösterreichisch-böhmischen Exulantenfamilie, studierte 1701-1707 Theologie in Tübingen. 1708-1713 Reisen zu wichtigen Zentren des Protestantismus (u. a. Halle); wesentlich beeinflusst durch August Hermann Francke. Ab 1710 zwei Jahre in London Prediger an einer deutschen Kirche. 1712 Professor für englische Kirchengeschichte in Halle. Ab 1714 im württembergischen Kirchendienst. 1723-1765 Pfarrer bei St. Anna und Senior Ministerii. Einflussreichster evangelischer Theologe Augsburgs seiner Zeit als Prediger, Publizist und Bildungsreformer nach Hallenser Vorbild. Weltweite ökumenische Korrespondenz, Ostindienmission. 1731/32 große Verdienste um die Salzburger Exulanten, die dank seiner Verbindungen in Ostpreußen und Nordamerika angesiedelt werden konnten. 1747/48 Renovierung der Annakirche. Sein praktisches Christentum war von Pietismus und Bekenntnisbewegung geprägt.
  • Urlspergerstraße (1973, Kriegshaber, Amtlicher Stadtplan H 8; früher: Friedensstraße).
  • 2) Johann August, * 25.11.1728 Augsburg, † 1.12.1806 Hamburg. Zehntes Kind von 1) und von Sophia Jacobinia, geb. von Jägersberg. 1738-1743 Schüler des Gymnasiums in Neustadt/Aisch, 1743-1747 des Gymnasiums bei St. Anna. 1747-1754 Studium der evangelischen Theologie, Geschichte, Mathematik und Physik in Tübingen und Halle. Seit 1757 Diakon bei den Barfüßern und ab 1762 bei St. Anna, 1770 Pfarrer bei Heilig Kreuz, seit 1772 Senior Ministerii. 1775 Promotion in Halle zum Dr. theol. Trat 1776 aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand. Es folgten Reisen nach England und Holland und die Gründung der Christentumsgesellschaft in Basel. Zog sich 1796 nach Oettingen/Ries zurück und widmete sich theologisch-dogmatischen Studien.

Lebensbilder aus dem Bayerischen Schwaben 1, 1952, 322-334; Horst Weigelt, Johann August Urlsperger, 1961; Die Religion in Geschichte und Gegenwart 6, 31962, 1194 f.; W. Maurhofer / R. Sessler, Augsburg und die Persönlichkeit des Samuel Urlsperger, in: Um des Glaubens Willen, 1990, 220-226; Dietrich Blaufuß, Erweckung und Erinnerung, in: Zeitschrift für bayerische Kirchengeschichte 63 (1994), 226-232; Samuel Urlsperger, 1995; Biographisch-bibliographisches Kirchenlexikon 12 (1997), 940-945; Horst Weigelt, Von Schwenckfeld bis Löhe, 1999; Helene Burger / Hermann Erhard / Hans Wiedemann, Pfarrerbuch Bayerisch-Schwaben, 2001, 219 f.; Stefan W. Römmelt, Georgien in Teutschland. Der Augsburger Pastor Samuel Urlsperger und die pietistische Publizistik über das Siedlungsprojekt Eben-Ezer (Georgia), in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben 100 (2008), 249-266.

Samuel Urlsperger



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