Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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St. Ursula

(Bei St. Ursula 3/5)

Von: Prof. Dr. Wilhelm Liebhart (1-2) / Redaktion (2) (Stand: 21.8.2009)

  • 1) Kloster. Um 1300 schlossen sich sechs Beghinen (’Schwestern der willigen Armut’) unterhalb von St. Magdalena (Am Schwall) zusammen. 1335 erwarb Berchtold Rehm dort für sie ein Haus. Das Jahr gilt als Gründungsdatum. 1394 Annahme der Augustinerregel des Dominikanerordens, der sie seelsorgerisch betreute, eine Inkorporation in den Orden erfolgte jedoch nicht. 1431 päpstliche Bestätigung. Als Dominikanerterziarinnen unterstanden sie nunmehr Bischof und Hochstift, was ihr Überleben während der Reformation, trotz zeitweisen Exils in Dillingen (1537-1548), sicherte. Offizielle Einführung der Klausur erst 1695, schwarzer Ordensschleier seit 1696. Stickereien, Krankenpflege und seit 1636 unentgeltlicher Mädchenunterricht bestimmten das Klosterleben. Zur Zeit der Säkularisation lebten 21 Nonnen im Konvent. Sie durften zusammenbleiben und 1828 wieder Novizinnen aufnehmen. Wiederaufstieg unter der Priorin Maria Benedikta Winterholler (1829-1857), nachdem 1828 der Fortbestand des Klosters zum Zweck des Unterrichts der weiblichen Jugend der Pfarrei St. Ulrich gesichert worden war. Tochtergründungen in Donauwörth und Landsberg, personelle Hilfen für Klöster in Speyer und Wörishofen. 1894 Rückkauf des Klosters von Stadt und Staat. Das Kloster unterhielt zeitweise Werktags- und Sonntagsschule, Industrieschule, Lehrerinnenseminar, Grund- und Hauptschule; seit 1969 nur noch Mädchenrealschule (Neubau 1982/83).
  • 2) Kirche. Eine erste Kapelle wurde 1516 abgerissen und durch einen spätgotischen Neubau ersetzt. Weihe 1519/20. Ein eigener Kaplan las dort täglich die Messe. 1720 barocke Erweiterung in heutiger Größe durch Georg Paulus (Fresken von Johann Rieger, Stuckierung von Matthias Lotter). 1944 bis auf die Außenmauern und den Giebelreiter zerstört. Wiederaufbau von Kloster und Kirche durch Michael Kurz. Erneute Umgestaltung des Kircheninnern ab 1975.
  • Bei St. Ursula (Lechviertel, Amtlicher Stadtplan K 9).

Polykarp M. Siemer, Geschichte des Dominikanerklosters Sankt Magdalena in Augsburg, 1936, 59-61; Margareta Baur, Maria Benedikta Winterholler, Diss. München 1939; Martin Nießeler, Augsburger Schulen im Wandel der Zeit, 1984, 239-241; Peter Rummel, Katholisches Leben in der Reichsstadt Augsburg (1650-1806), in: Jahrbuch des Vereins für Augsburger Bistumsgeschichte 18 (1984), 50 f.; Wilhelm Liebhart, Die Säkularisation in Augsburg 1802-1807, in: Aufbruch ins Industriezeitalter 2, 1985, 148 f.; Christusnachfolge, 1992, 220-222; Bernt von Hagen / Angelika Wegener-Hüssen, Stadt Augsburg, 1994, 106-108; Ulrike Laible, Bauen für die Kirche, 2003, 296.

St. Ursula



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