Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Wälder

Von: Frank von Römer (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Die Stadt Augsburg ist heute mit einer Gesamtfläche von rund 7000 ha größter kommunaler Waldbesitzer Bayerns und drittgrößter in Deutschland. Große Teile der Augsburger Waldungen befinden sich seit Jahrhunderten im Eigentum der Stadt oder städtischer Stiftungen (erster urkundlicher Beleg eines Stiftungswalds 1249). Von den sieben städtischen Forstrevieren liegen zwei im Naturpark Augsburg – Westliche Wälder: Mittelneufnach (1270 ha) und Diedorf/Wollmetshofen (1150 ha). Nördlich der Stadt findet sich das Revier Unterbaar (450 ha) mit dem 1958 zusammen mit dem Schaezler-Palais an die Stadt gegangenen ’Schaezlerwald’ (140 ha) sowie eine 50 ha große Waldfläche bei Treuchtlingen, welche als Teil der Max-Gutmann-Stiftung (Max Gutmann) 1996 dem städtischen Waldbesitz angegliedert wurde. Östlich Augsburgs liegt das Revier Brugger (978 ha). Im Naturpark Steinwald (nördliche Oberpfalz) besitzt die Stadt das erst 1937 als Ersatz des zur Anlage eines Truppenübungsplatzes abgegebenen Deuringer Waldes erworbene Forstrevier Fuchsmühl (840 ha). 1942 übernahm die Stadt die Stiftungswälder in ihr Eigentum mit der Maßgabe (endgültige vertragliche Regelung 1971), dass die ehemals waldbesitzenden Stiftungen (Paritätische Hospitalstiftung, Paritätische St.-Jakobsstiftung, Paritätische St.-Martinsstiftung, Katholischer Studienfonds) zu insgesamt 83 % am Reinertrag des Gesamtwaldbesitzes außerhalb des Stadtgebiets zu beteiligen seien. Da diese Stiftungen nach wie vor tätig sind, dient der Waldertrag heute wie seit Jahrhunderten der Erfüllung sozialer Aufgaben. Die Reviere Siebenbrunn (900 ha) und Haunstetten (1230 ha) liegen im Stadtgebiet und umfassen neben dem Gögginger und Inninger Wald an der Wertach v. a. den Siebentisch- und den Haunstetter Wald am Lech. Letztere liefern seit Jahrhunderten das Trinkwasser für die Augsburger Bevölkerung (Trinkwasserschutzgebiet). Aufgrund der stadtnahen Lage und einer vielfältigen Landschaft ist das Waldgebiet am Lech ein vielbesuchter Naherholungsraum. Wegen seines großen Reichtums an seltenen Pflanzen- und Tierarten und seiner naturnahen Wälder wurden der Siebentisch- und Haunstetter Wald bereits 1942 unter Naturschutz gestellt.

Alois Anton Loderer, Die Besitzgeschichte und Besitzverwaltung der Augsburger Stadtwaldungen, 1987.



Wir freuen uns über Ihre Anmerkungen, Verbesserungsvorschläge und Ergänzungen zu den einzelnen Artikeln. Allerdings behalten wir uns das Recht vor, ungemessene Kommentare zu ignorieren. Gerne können Sie auch direkt per eMail Kontakt mit uns aufnehmen.

Kommentar zu diesem Artikel verfassen

Name:
Email:

Kommentar:
Bitte abgebildeten Sicherheitscode eingeben:


 



Wißner-Verlag Tel. 0821/25989-0