Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

Ysenburg-Philippseich

Luise Barbara, Gräfin von, * 31.1.1789 Mannheim, † 8.9.1880 Augsburg, Ehrenbürgerin

Von: Günther Grünsteudel (Stand: 28.8.2009)

  • Tochter des königlich bayerischen Generalleutnants Georg August Graf von Ysenburg. Zog nach dem Tod der Eltern (1822) zu ihrem Bruder Wilhelm Christoph, der als Oberst in Augsburg stationiert war. Unverheiratet und kinderlos engagierte sie sich schon bald im sozialen Bereich, u. a. im ‚Frauenverein zur Unterstützung armer verehelichter Wöchnerinnen’ und im protestantischen St.-Johannis-Zweigverein in der Kinderpflegearbeit. 1834 gründete sie den ’Frauen-Verein für Beförderung der Zwecke der Klein-Kinder-Bewahranstalten Augsburgs’, der die Trägerschaft dreier derartiger Einrichtungen übernahm, die 1834 im Inneren Pfaffengässchen und 1835 in Armenhausgasse und Jakobervorstadt zur kostengünstigen bzw. kostenlosen außerfamiliären Betreuung von (größtenteils) Arbeiterkindern eingerichtet wurden. Seit 1849 war sie auch ‚Oberin’ der von ihr ins Lebens gerufenen ‚Kinderheilanstalt’, die kostenlose stationäre oder ambulante Versorgung bot (Vorläuferin der heutigen Kinderklinik). Der ‚Frauen-Verein’, Träger beider Initiativen, hatte Hunderte beitragszahlende Mitglieder aus den besten Kreisen Augsburgs. 1852 trat Gräfin Ysenburg von ihren Ehrenämtern zurück, hielt ihren Vereinen aber bis zu ihrem Lebensende die Treue. 1853 wurde sie aufgrund ihrer Verdienste zur Ehrenbürgerin der Stadt Augsburg ernannt. Schließlich gehörte sie zum Förderkreis der 1855 gegründeten Diakonissenanstalt, in deren Verwaltungsgremium sie noch im Gründungsjahr eine der ersten Mitarbeiterinnen wurde.

  • Von-Ysenburg-Straße (seit 2000; Hammerschmiede, Amtlicher Stadtplan L 6/5).

Festschrift anläßlich des 100-jährigen Jubiläums der Augsburger Kinderklinik, 1999; Augsburger Frauenlexikon, 2006, 173 f.



Wir freuen uns über Ihre Anmerkungen, Verbesserungsvorschläge und Ergänzungen zu den einzelnen Artikeln. Allerdings behalten wir uns das Recht vor, ungemessene Kommentare zu ignorieren. Gerne können Sie auch direkt per eMail Kontakt mit uns aufnehmen.

Kommentar zu diesem Artikel verfassen

Name:
Email:

Kommentar:
Bitte abgebildeten Sicherheitscode eingeben:


 



Wißner-Verlag Tel. 0821/25989-0