Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Zink

Burkhard, * 1396 Memmingen, † 1474/75 Augsburg, Kaufmann, städtischer Beamter, Chronist

Von: Dr. Peter Geffcken (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • Sohn eines Memminger Kaufmanns. Kam früh zu einem Onkel nach Krain, einem Pfarrer, der ihn studieren lassen wollte. Zink widersetzte sich und führte ein unruhiges Wanderleben, bis er 1419 eine Anstellung als Handelsdiener bei Jos. Cramer in Augsburg bekam. 1431 Wagmeister bei Peter Egen, wo er Handelsgeschäfte auf eigene Rechnung tätigen konnte. Trat 1441 als Faktor mit eigener Kapitaleinlage in die Meuting-Gesellschaft ein, wo er so gut verdiente, dass er pro Jahr 100 fl zurücklegen konnte. Nach 1450 wechselnde Funktionen in städtischen Diensten. Stieg wirtschaftlich zur gehobenen Mittelschicht auf: Bei seiner Heirat (1421) vermögenslos, versteuerte er 1448 ein Anschlagvermögen von knapp 1000 fl. Seine Chronik gliedert sich in vier Bücher: Das erste ist eine Bearbeitung der anonymen Chronik 1368-1406, das zweite behandelt Ereignisse 1401-1466, wobei er aus fremden Quellen schöpfte. Im vierten berichtet er über diese Zeit als Augenzeuge bzw. unmittelbar Beteiligter. Gelungenster Abschnitt ist das dritte Buch, eine Autobiographie, in der er Einblicke von seltener Eindringlichkeit in die Lebensrealität des Spätmittelalters gibt. Die Emotionalität der Darstellung, Originalität der Sprache und Schilderung des Zeitgeschehens einmal nicht aus dem Blickwinkel der Herrschenden, sondern aus dem des wachen und doch bescheiden gebliebenen Bürgers, sind wohl ausschlaggebend für die Einschätzung, dass 'die Augsburger Historiographie in Burkhard Zink, wenn nicht ihren Höhestand erreichte, so doch zur vollen Blüte kam’ (Ottokar Lorenz).

 

  • B.Z.-Straße (1963, Wolfram- und Herrenbachviertel, Stpl. L 9).

Ottokar Lorenz, Deutschlands Geschichtsquellen im Mittelalter seit der Mitte des 13. Jahrhunderts, 31886/87 (ND 1966); Lebensbilder aus dem Bayerischen Schwaben 3 (1954), 81 ff.; Karl Schnith, Die Augsburger Chronik des Burkhard Zink, Diss. München 1958; Erich Maschke, Der wirtschaftliche Aufstieg des Burkhard Zink in Augsburg, in: Festschrift Hermann Aubin zum 80. Geburtstag 1, 1965, 235-262; Dieter Weber, Geschichtsschreibung in Augsburg, 1984, 37 ff.; Fritz Peter Geffcken, Soziale Schichtung in Augsburg 1396-1521, 1995, München Diss. 1983; Jörg Rogge, Vom Schweigen der Chronisten, in: Literarisches Leben in Augsburg während des 15. Jahrhunderts, 1995, 216-239.



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