Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Zwitzel

Steinmetz-, Baumeister-, Goldschmiedefamilie

Von: Ulrich Kirstein (Stand: 2. Auflage Druckausgabe)

  • 1) Jakob (I), * nach 1470 Elchingen, † 30.6./11.8.1540 Augsburg ?. 1498 erstmals in Steuerbüchern erwähnt. Im Umkreis Burkhard Engelbergs tätig, nach dessen Entwürfen er 1505/06 die Türme der Pfarrkirchen von Bozen und Schwaz errichtete. Baute 1513 sein eigenes Haus in der Klebsattlergasse (Armenhausgasse). 1512-1515 Umgestaltung des Doppelanwesens von Jakob Fugger (Fuggerhäuser) an der Maximilianstraße. 1515 Auftrag zum Ausbau des Augsburger Rathauses, 1528 Treppe des Tanzhauses.
  • 2) Bernhard, * um 1496 Augsburg, † 6.2.1570 Augsburg. Lehre bei seinem Vater 1). Seit 1526 Bürger in Augsburg. 1536 ’Oberster Bauführer’ in Landshut, errichtete hier die Residenz. 1538 Stadtwerkmeister in Augsburg. Erbaute 1541/46 und 1550/60 die Jakobspfründe, lieferte 1553 außerdem den Altarstein für evangelisch St. Ulrich. Im Zentrum seines Schaffens standen Profanbauten im Stil der italienischen Renaissance. 1548/49 Steinmetz- und Maurerarbeiten für das Ballhaus, das er 1562/63 zur Stadtbibliothek (Staats- und Stadtbibliothek Augsburg) umbaute, mit sieben Dächern für die sieben Freien Künste und einem astronomischen Turm (Sternwarte). Auch für private Auftraggeber tätig, vor allem für die Fugger (1546 Gögginger Fuggerschlösshen).
  • 3) Simon, * Augsburg, † 1592 Augsburg. Sohn von 2). 1554 Bürgerrecht in Augsburg. 1570 Nachfolger seines Vaters als Stadtwerkmeister und geschworener Werkmeister. Zeichnete 1585/89 Visierungen für den Neptunbrunnen und 1589 für den Augustusbrunnen. Baute eines der Kornhäuser am Katzenstadel.

Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler 36, 1947, 614 f.; Lebensbilder aus dem Bayerischen Schwaben 8, 1961, 84-107; Welt im Umbruch 1, 1980, 279; Bosls bayerische Biographie, 1983, 885; Walter Scheidler, Augsburger Porträts, 1983, 37 f.; Michael Petzet, Augsburgische Einflüsse - Stadtwerkmeister Bernhard Zwitzel, in: Die Alte Münze in München, 1996, 22-27.



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