Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Felder

Josef, * 24.8.1900 Augsburg, † 28.10.2000 München, Publizist und Politiker

Von: Dr. Heinz Münzenrieder (Stand: 21.9.2009)

  • Der gelernte Schriftsetzer und Buchdrucker wirkte bereits 1924-1933 als politischer Redakteur der Schwäbischen Volkszeitung. 1929-1933 SPD-Stadtrat in Augsburg, 1932 Mitglied des Reichstages. 1933 gehörte er zu den 94 aufrechten Sozialdemokraten, die trotz massiver Bedrohung durch SA und SS im Reichstag gegen Hitlers Ermächtigungsgesetz stimmten. Zunächst Flucht nach Österreich und in die Tschechoslowakei, kehrte aber 1934 illegal nach Deutschland zurück, wo er verhaftet wurde. 1934-1936 Inhaftierung im KZ Dachau. Anschließend bis 1946 Hauptbuchhalter in der Textil- und Sportartikelfirma von Willy Bogner in München und Oberaudorf. Bogner, der mit Felders Bruder gut bekannt war, hatte ihn ‚angefordert’, um ihn aus dem KZ herauszubekommen. Seit 1946 Verleger und Chefredakteur des ‚Südostkuriers’ in Bad Reichenhall, 1955-1958 Chefredakteur der SPD-Zeitung ‚Vorwärts’. 1957-1969 Mitglied des Deutschen Bundestages. Für sein herausragendes Wirken im Dienst der Demokratie und des Parlamentarismus sowie für seinen beispielgebenden Einsatz für eine tolerante und rechtsstaatliche Gesellschaftsordnung erhielt Felder hohe Auszeichnungen: u. a. Bayerischer Verdienstorden, Gustav-Heinemann-Bürgerpreis, Großkreuz mit Stern und Schulterband des Bundesverdienstordens (1990). Akademischer Ehrenbürger der Universität Augsburg (1989), Ehrenvorsitzender der bayerischen SPD. Seit 1995 ‚Josef-Felder-Preis für Gemeinwohl und Zivilcourage’ des SPD-Landesverbands Bayern. Die Bundesrepublik Deutschland ehrte ihn am 7.11.2000 mit einem Staatsakt. 2002 wurde ihm eine Sonderbriefmarke gewidmet.

  • Josef-Felder-Straße (Göggingen-Süd, Amtlicher Stadtplan H 12).

M.d.R., 31994, 128 f.; Josef Felder, Warum ich nein sagte. Erinnerungen an ein langes Leben für die Politik, 2000; Homepage (www.josef-felder.de)



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