Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Cholera

Von: Franz Schreiber (Stand: 21.02.2011)

  • Schon 1836 wurde Augsburg von einer Cholera-Epidemie heimgesucht, bei der es viele Tote gab. Mit Sorge wurde daher im Herbst 1853 ein weiteres Herannahen der Seuche von Norddeutschland her beobachtet. Am 6. August 1854 trat dann in Augsburg der erste Fall der neuerlichen Epidemie auf. Am 18. August veröffentlichten die Zeitungen eine Bekanntmachung des Magistrats. Als Maßnahme, die Jeder treffen konnte, bis der Arzt eintraf, wurde das Auflegen von Hafersäckchen auf Bauch und Magengegend empfohlen. In einer Bekanntmachung des Kreis- und Stadtgerichtsrates wurde eine Mehl- oder Fleischsuppe angeraten. Am 20. September traf der Cholera-Experte Max Pettenkofer ein, um Nachforschungen anzustellen. Drei Jahre später veröffentlichte er im Ärztlichen Intelligenzblatt einen Gesamtbericht über die Bekämpfung der Cholera und benannte u. a. das Grundwasser als „ätiologisches Moment“. Die Michaeli-Dult (Dulten), die am 29. September beginnen sollte, wurde abgesagt. Tags darauf hieß es in einem Bericht des Augsburger Tagblatts: „Im Regierungsbezirk Schwaben, der mit Oberbayern durch die Südnordbahn stetig im lebendigen Verkehr steht, ist die Cholera seit dem 6. August epidemisch ausgebrochen in der Hauptstadt Augsburg und in den Amtsbezirken Günzburg, Göggingen und Roggenburg.“ Am 29. September wurde erstmals kein Sterbefall mehr gemeldet. Bis zum 6. Oktober waren insgesamt 1004 Tote zu verzeichnen unter ihnen auch der Kapellmeister der protestantischen Kirchen Karl Ludwig Drobisch.

Augsburger Tagblatt 18.9., 21.9., 18.8., 25.9., 2.10., 9.10.1854.


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