Stadtlexikon Augsburg - Nachschlagewerk zur Geschichte der Stadt Augsburg und Schwabens.
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Baumgarten

Joynes Philipp, * 1768/69 Middlesex/England, † 2.4.1800 Augsburg, Komponist, Musikdirektor bei St. Anna

Von: Günther Grünsteudel (Stand: 02.03.2011)

  • Über ihn und sein kaum fünfjähriges Wirken in Augsburg ist kaum etwas bekannt. Nach dem Tod Friedrich Hartmann Grafs im August 1795 übertrug man ihm dessen Pflichten als Musikdirektor bei St. Anna. Am 1. Februar 1796 heiratete er in St. Anna Maria Magdalena Euphrosina Striegel, die Tochter des Goldarbeiters Christian Striegel. Das Trauungsbuch verrät, dass der Bräutigam aus der englischen Grafschaft Middlesex stammte und der Sohn des Samuel Friedrich Baumgarten war, der offenbar ebenfalls Musiker war und wie Graf den Ehrentitel eines ‚Doktors der Musik‘ führte. Ein Verwandtschaftsverhältnis mit dem seit etwa 1750 in London lebenden Fagottisten deutscher Abstammung Samuel Christian Baumgarten (um 1729 – 1798) ist anzunehmen, kann aber nicht belegt werden. Nicht auszuschließen ist, dass Baumgarten noch zu Lebzeiten Grafs und auf dessen Initiative hin nach Augsburg gekommen war, um ihm zu assistieren. Die Tatsache, dass Graf, der England immer wieder besuchte, und Baumgarten senior den gleichen Ehrentitel führten, könnte darauf hindeuten, dass sich die beiden kannten. Das unter Baumgartens Amtsnachfolger Ernst Häussler angelegte „Inventarium der zum protestant. Kultus gehörigen Musik-Instrumenten und Musikalien“ (1813–1835) nennt summarisch 34 Kantaten Philipp Baumgartens, über deren Verbleib jedoch nichts bekannt ist. Die wahrscheinlich einzige erhaltene kompositorische Arbeit ist die Überarbeitung der Kantate „Auf das große Frieden Fest Ao. 1780 & 81.“ seines Vorgängers für eine spätere Aufführung in der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg.

Günther Grünsteudel, „Cantate Domino canticum novum“. Zur Geschichte der Musikpflege bei St. Anna, in: St. Anna – eine Kirche und ihre Gemeinde, 2011 [in Vorbereitung].


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