Geschützgießhaus

(Am Katzenstadel 18a)

Autoren Madlen Bregenzer, Dr. Jürgen Kraus

Auflage 2. Auflage Druckausgabe

  • 1501 gegenüber dem Zeughaus am Katzenstadel als Holzbau errichtet, in dem alle Gießarbeiten der Stadt, auch das Glockengießen, ausgeführt wurden. Als nach einem Brand 1546 der Nachfolgebau 1601 erneut abbrannte, wurde Elias Holl im selben Jahr mit der Errichtung eines Steinbaus beauftragt. Es entstand eine zweischiffige dreijochige Halle mit wuchtigen Pfeilern und Kreuzgratgewölben, daneben ein Kanonenbohrturm für das Ausbohren der Geschütze. 1806 wurde die Anlage vom bayerischen Militär als Gieß- und Bohrhaus übernommen. Eine 1807 aufgestellte Bohrmaschine für Horizontalbohrung erforderte die Verlegung der Arbeiten in den benachbarten ’Königsstadel’ (Am Katzenstadel 6/8; Lit. F 152), eines der ehemaligen städtischen Kornhäuser. Dank technischer Verbesserungen konnten seit 1830 auch schwere Geschütze hergestellt werden. Das Geschützgießhaus deckte bis 1861 den gesamten Bedarf der bayerischen Armee an Bronzegeschützen. Nach 1866 Umstellung der Geschützproduktion auf Gussstahl. 1885 wurde die Gießerei nach Ingolstadt verlegt. Bei Luftangriffen 1944/45 stark zerstört, gehört das Geschützgießhaus seit 1969 zum Neubaukomplex des Stetten-Instituts. Nach Renovierung dient es seit 1988 als Schulbibliothek.

Literatur

  • E. von Kurzel-Runtscheiner, Der Kanonenbohrturm in Augsburg, in: Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben 54 (1941), 386-396
  • Bernd Roeck, Elias Holl, 1985
  • Wilhelm Ruckdeschel, Technische Denkmale in Augsburg, 1984
  • Die Augsburger Gießhalle des Elias Holl, 1988
  • Bernt von Hagen / Angelika Wegener-Hüssen, Stadt Augsburg, 1994, 48.

Stand: 31. Dezember 2025